Das Gedicht ;-)

Da steh' ich nun, ich armer Tor,
Und habe was Besond'res vor:
Ein Gedicht für Fabilein,
Sagte sie, das soll es sein.

Inhalt, Form und auch der Stil
Fordern doch vom Dichter viel;
Wie, glaubt sie, soll ich dieser Bürde
Mich entledigen mit Würde?

Doch für die Frauen tu' ich viel,
Schließlich komme ich aus Kiel,
Wo man für das zarte G'schlecht
Alles tut, und das zu Recht!

Hier ist es nun, jenes Poem,
Mit krummem Versmaß und zudem
Gereimt, daß sich die Balken biegen
Und Ohren sich an Hände schmiegen.

Und doch, du Königin der Briefe,
Sagt es dir, mit welcher Tiefe
Ich als dein Freund für dich empfinde,
Weil ich so mich für dich schinde.

Ich hoffe, daß du, wenn du's liest,
Nicht lachst, grinst, kicherst oder niest
Als erstes Zeichen einer ernsten Allergie
Gegen meine Dichtkunst, denn man weiß ja nie.

So, für heute ist's genug der Worte,
Denn mit Reimen ist es wie mit Torte:
Zuviel davon ist niemals gut,
Weil man sich dran gewöhnen tut.

Drum wünsche ich dir schließlich, liebes Weib,
Alles Gute und für deinen Leib
Gesundheit und ein langes Leben,
Das voller Glück du magst erleben.

 

Für Fabienne

© 1997 by Jan-Christoph Ihrens