Steffen Sprüssel: Gedichte


Ein weiterer "Gastautor" hat sich bereitgefunden, seine Gedichte auf meiner Homepage zu veröffentlichen. Seit kurzem ist er auch per eMail erreichbar (endlich! ;-) ).

 

Zur Person:

Steffen Sprüssel, Baujahr 58, Beamter. Trotzdem oder gerade deswegen spätestens seit der Erkenntnis, daß auch mich der 40. Geburtstag ereilen wird, im Spannungsfeld zwischen eigener Trägheit und dem Wunsch angesiedelt, über den Tellerrand nicht nur zu schauen, sondern auch zu springen.

 

Zu den Gedichten:

Die Idee zu schreiben ist nicht neu. Der Kick sie umzusetzen schon. Es begann im Dezember '98, als ich mich daran machte, meiner Frau Freundin mal etwas anderes zum Geburtstag zu schenken. Aus diesem Zyklus stammen "Mit Fingern schauen", "Gebrauchslyrik", "Ich liebe Dich", "Un-endliche Lust" und "Variationen". Der Rest ist (vorläufig?) Privatsache. "Reisesplitter", "Im Café" und "Dialoge" sind das Ergebnis einer Dienstreise.

Wie wohl jeder unbedarfte Schreibanfänger habe ich bewußt und/oder unbewußt versucht, mich an bekannteren Größen zu orientieren. Bewußte Ausrichtung dabei natürlich an meinem Lieblingsschriftsteller Erich Kästner, der sich ob meiner Werke vermutlich im Grabe umdrehen würde - wenn er es denn könnte. Nehmen Sie's mir bitte nicht allzu übel, Herr Kästner!

Die übrigen Gedichte entstanden "by the way", ausgelöst jeweils durch konkrete Situationen oder Erlebnisse.

Anke Es handelt sich um einen sprachlich etwas holperigen Spontanentwurf anläßlich des Geburtstags einer sehr lieben Kollegin (der mit der Beschreibung ihrer Person bei ihr ziemlich ins Schwarze traf).
Reisesplitter It's a pun - ein Wortspiel
Im Café Entstand in Bonn in einem Café. Gehört zu den Machwerken, die versuchen, sich an Kästner zu orientieren.
Dialoge Anlaß waren Gesprächsfetzen zweier Mädchen in einer Fußgängerzone.
Mit Fingern schauen Ist der Versuch eines erotischen Gedichts. Es gehört zum Zyklus derer, die ich meiner Geliebten Frau Freundin zum Geburtstag schenkte. Sprachlich: angreifbar, inhaltlich: Thema verfehlt?
Gebrauchslyrik Erklärt sich von selbst.

Glück (1)
Glück (2)
Glück (3)
Glück (4)

Sind der Versuch zu beschreiben, was nicht beschreibbar ist. Entstand in einer Phase subjektiv empfundenen Glücks, als ich fragend neben mir stand.
Kantine Entstand in einer sehr traurigen Phase, als ich mit meinen Gefühlen nicht so recht klarkam und mich die typische Frühstücksatmosphäre im Kreise "lieber" KollegInnen tierisch nervte.
Ich liebe Dich Gehört auch zum Zyklus der Geburtstagsgeschenke. Ich habe versucht darzustellen, was ich an ihr liebe, weil mir sehr viel leichter Dinge einfallen, die ich nicht so mag. Ich bin ein negativer Mensch...
Anatomie eines Metzgers Fällt völlig aus dem Rahmen, erinnert vielleicht etwas an Loriots "Advent" und entstand in seiner ursprünglichen, kürzeren Fassung nach dem Genuß einiger Gläser Sherry.
Ich möchte... Ist ein weiterer erotischer Gehversuch, zu umschreiben, wofür unsere Sprache keine Wörter kennt.
Nein Die ultimative Liebeserklärung an meine Frau. Es entstand ebenfalls im Café in Bonn und versucht auch, sich an Kästner anzulehnen.
Un-endliche Lust Eine durchaus reale Bettgeschichte, die so zu erleben ein gewisses Vertrauen zwischen den Beteiligten voraussetzt.
Variationen Der Versuch, durch Beschreibung zu begreifen, wie (m)eine Frau empfindet.
25 Jahre Ist etwa ein halbes Jahr nach "Ich liebe Dich" entstanden. Während dieses der Versuch ist zu umschreiben, was ich an meiner Frau liebe, beschreibt "25 Jahre" die komprimierte Kritik eines Vierteljahrhunderts, um sie sogleich zu relativieren.
Der Chef Enthält eine durchaus selbstkritische Darstellung eines typischen Hierarchieverhältnisses. Namen sind Schall und Rauch. Es geht weniger um eine Abrechnung mit dem Boss als vielmehr um die mit der eigenen Unzulänglichkeit.
Liebesleid Greift eine selbst erlebte Geschichte auf, die absolut nicht den Anspruch auf Originalität erhebt, im konkreten Einzelfall aber dennoch sehr schmerzhaft war und deshalb in Eugen-Roth'scher Manier eher lustig daherkommt. Es gibt Bezüge zu "Ich liebe Dich", letzte Strophe.
Rätsel Grundlage ist dieselbe Geschichte; ich habe versucht, mich selbst wachzurütteln.
Kannibal Ist nicht so martialisch wie der Titel vermuten läßt.
Im Konzert Auch hier ist die Patenschaft Eugen Roths kaum zu überlesen. Klassikkonzerte können halt für Nicht-Klassik-Fans etwas ermüdend sein...
Du Ein (weiterer) Versuch, das Geheimnis einer fast 25-jährigen Liebe zu ergründen - zwangsläufig untauglich, denn: Wenn Ihr's nicht fühlt, Ihr werdet's nicht erjagen.
Wieviel Inspiriert durch Tucholskys "Es ist". Auch dieser Versuch der Verbalisierung von Gefühlen gleicht der Quadratur des Kreises...


Zum letzten Gedicht ("Wieviel")
Zum Text über die Kurzgeschichten & GedichteZum ersten Gedicht ("Anke")


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